Strauchpfingstrose (maroon)

Paeonia delavayi

Strauch Nr. 451a

StrauchpfingstroseUnsere Paeonia delavyi finden Sie neben der Paeonia ludlowii als mehrere unterschiedlich sparrig gewachsene Sträucher am Pfingstrosenweg im Anschluss an die Staudenpfingstrosen. Beide Arten gehören zur Untersektion Delavayana der Strauchpfingstrosen. Die Art hat ein weites Verbreitungsgebiet in den Provinzen Sichuan und Yunnan. Die Blütenfarbe wird in der englischen Literatur als „maroon“, also als kastanienfarben, bezeichnet, und das trifft es ganz gut.

Bei dem insgesamt sehr großen Verbreitungsgebiet der Art verwundert es nicht, dass auch einige abweichende Formen beschrieben wurden. Dabei wurde die Paeonia delavayi var. lutea sogar schon 1883 und damit ein Jahr früher als die Stammform beschrieben. [1] In der Natur sollen beide Farbformen in allen Übergängen auch am gleichen Standort vorkommen, so dass eine Einteilung als „Varietas“ sicher nicht berechtigt ist.

Unsere Pflanzen stammen aus der Samentauschaktion 2001/2012 der Gesellschaft der Staudenfreunde. Die Gesellschaft bietet den Mitgliedern einmal im Jahr die Möglichkeit, aus Spenden der Mitglieder zu einem sehr günstigen Preis Samenportionen zu beziehen. Das Saatgut stammte von gelbblühenden Paeonia ludlowii bzw. Paeonia delavayi var. lutea ab. Es resultierten allerdings nur rotblühende Pflanzen, die hier aufgepflanzt sind. Das Saatgut war eben aus freier Blüte entstanden und die Bienen oder Hummeln hatten offensichtlich Pollen von rot blühenden Paeonia delavayi hingebracht. Die größeren Pflanzen dürften allerdings „Blut“ der Paeonia ludlowii tragen, also im eigentlichen Sinne Hybriden sein. Aus den hier im Garten gebildeten Samen können durchaus (s.o.)  gelb blühende Pflanzen entstehen, zumal die direkt daneben stehende Paeonia ludlowii als deren Pollenvater zum Zuge kommen kann. Saatgut aus solchen unkontrollierten Bestäubungen kann recht schöne (und manchmal überraschende) Ergebnisse erbringen.

Die kleinen und oft sogar nickenden Blüten machen im Garten nicht gerade eine Schau. Dennoch lohnt es sich, eine ganze Anzahl Sämlinge, wenn man sie denn bekommt, aufzuziehen und zu sichten. Ihr steifer Wuchs und das schöne Laub macht sie durchaus zu auffallenden im Blatt schmückenden Gehölzen. Und die Insekten lieben ihren Pollen.

[1] Irmtraud Rieck und Friedrich Härtle. Strauchpfingstrosen. 2002, Verlag Eugen Ulmer. Die Zitate und die Angaben zum Vorkommen in und der Herkunft aus China entstammen diesem Buch.